Rückblick
21. Januar 2026 | Wissenswerkstadt Bielefeld

Marketing-Trend-Quiz 2026

Marketing-Trend-Quiz

Wissen trifft Entertainment

(Bielefeld, 19.1.2026) Ob in der Kneipe, im TV oder wie zum Auftakt des Veranstaltungsjahres in der Wissenswerkstatt Bielefeld: Quizzen ist in. Hauptstädte, Historisches oder aktuelle Hits werden beim Marketing-Trend-Quiz allerdings nicht abgefragt. Stattdessen stehen aktuelle Entwicklungen im Marketing im Fokus. Interaktiv sowie „unterhaltsam und lustig“ präsentiert, wie sich Club-Präsidentin Sabine Schoner bei der Begrüßung freut.

Wie bei der erfolgreichen Premiere 2025 moderiert Mirco Welsing (TMC Group) den Abend – natürlich stilvoll in glitzerndem Jackett und mit roter Fliege. „Wir haben uns viel vorgenommen, es wird viel Brainfood geben“, verspricht der Experte für Markenstrategie, digitale Transformation und vernetzte Kommunikation. Und tatsächlich bietet der Abend reichlich Input. Da kommt das Angebot, die Folien den Clubmitgliedern anschließend zwecks Vertiefung zur Verfügung zu stellen, gerade recht.

Nach einem kurzen „Werbeblock“, in dem Mirco Welsing die Agentur TMC vorstellt, blickt er zum Einstieg auf die Trends, die er beim Quiz im Januar 2025 vorgestellt hat. Tatsächlich sind die meisten prognostizierten Entwicklungen eingetreten: Dass die Gesellschaft mehr Individualisierung erwartet, galt und gilt auch weiterhin. Gleiches trifft auf die Themen Markenbildung (Branding schlägt KI), Video als Kommunikationsmittel und digitale Barrierefreiheit zu. „Die befürchtete Abmahnwelle ist ausgeblieben, aber barrierefreie Websites haben positive Effekte, erläutert der Geschäftsführer der TMC Group. „Alle Menschen zu inkludieren, ist nicht nur fair, sondern auch lukrativ.“ Auch dass Digitalisierung zugänglicher wird und Heatmaps dabei helfen, Events mess- und auswertbar zu machen, sind Trends, die anhalten. Lediglich bei einem von insgesamt sieben Punkten hat sich die Vorhersage nicht ganz bewahrheitet: „Wir kommen um Nachhaltigkeit nicht herum“, prognostizierte Mirco Welsing im letzten Jahr. Stattdessen haben Wirtschaft und Politik den Fokus etwas verschoben. Vom Tisch ist das Thema damit allerdings nicht. Das sehen auch die Clubmitglieder so, die beim ersten Voting per Smartphone den Stellenwert des Themas für ihr Unternehmen auf einer 2,8 sehen – bei einer Skala von 1 bis 5.

Jetzt wird es aber Zeit für die insgesamt neun Trends für 2026. Und natürlich gibt es auch wieder etwas zu gewinnen. Doch wer den ersten Preis, das Buch „Die 10 wichtigsten Zukunftsthemen im Marketing“, ergattern will, muss beim Voting nicht nur richtig liegen, sondern auch schnell sein. Jeweils 5 Antwortmöglichkeiten stehen zur Auswahl. Und da es nicht nur ums Rechthaben, sondern um spielerische Wissensvermittlung geht, erläutern die Experten Andreas Knepper (TMC Brandwork), Florian Potthoff (TMC Live) und Jan Hendrik Leifker (Amplio) jeweils den Trend. Beim ersten geht es darum, wieviel Prozent der Google-Suchen 2026 schätzungsweise ohne anschließenden Klick auf eine Website durchgeführt werden. Mehr als 50 Prozent ist die richtige Antwort, was auch die Mehrheit der Teilnehmenden geantwortet hat. „Die klassische Suche hat zwar noch Bestand, aber KI-Plattformen boomen. Die Gen Z ruft gar keine Websites mehr auf“, so Jan Hendrik Leifker. Er erklärt aber auch, warum Websites dennoch nicht überflüssig sind.

Beim nächsten Trend wird es tricky: Nur 6 von 25 antworten richtig, welches Phänomen beschreibt, wie durch Einsatz ähnlicher Tools und Techniken in der Marketingkommunikation eine zunehmende Gleichförmigkeit entsteht, die es Marken erschwert, sich voneinander zu unterscheiden. „Sea of Sameness“ heißt das Phänomen, das auftritt, wenn viele Akteure ähnliche Tools nutzen. Doch es gibt zum Glück Wege, um sich aus diesem Meer des Immergleichen abzuheben. Beim dritten Trend liegt die Mehrheit wieder richtig: Das Event-Feature AI Speech Translation sorgt dafür, dass ein Moderator nur einmal spricht, aber trotzdem jeder im Raum seine eigene Sprache liest. „Die KI-gestützte Live-Übersetzung funktioniert erstaunlich gut“, so die Erfahrung von Florian Potthoff. Die nächsten Trends drehen sich um die immer komplexere, nicht mehr linear verlaufende User-Journey sowie die strategische Übersetzung von Nachhaltigkeitsdaten in eine verständliche und differenzierte Markenkommunikation. Leichter verständlich und anschaulich ist der sechste Trend: Drohnen-Shows als nachhaltige Markeninszenierung. Beim siebten Trend liegen erstmals alle mit ihrer Antwort richtig: Saubere, vernetzte Daten sind die wichtigste Grundlage, damit Personalisierung und KI-Einsatz im Unternehmen zuverlässig funktionieren. Der vorletzte Trend, „Category Entry Points“ (CEPS), kreist darum, dass es in einer Welt zersplitterter Mediennutzung nicht mehr ausreicht, die eigene Zielgruppe zu kennen. Entscheidend ist die Frage: Wann wird ein Produkt für die Kunden interessant? CEPs werden Teil der Marketingstrategie und bezeichnen die spezifischen Situationen, Bedürfnisse oder Anlässe, in denen eine Produktkategorie erstmals für Kunden relevant wird.

Zum Abschluss fragt Mirco Welsing nach einem Begriff, der im letzten Jahr so einigen großen Marke regelrechte Shit-Storms eingebracht hat: AI-Slop bezeichnet Content, der technisch beeindruckend aussieht, aber sich anfühlt wir lauwarme Tiefkühlkost: Schnell produziert, aber in kürzester Zeit vergessen. Gemeint sind KI-generierte Spots, die oft gar nicht gut ankommen. Human-made kommt besser an, führt zu positiveren Reaktionen.

Ganz schön viel Input für einen Abend. Und man darf gespannt sein, welche der neun Trends 2026 und darüber hinaus relevant sind und bleiben. Keinen Trend, aber ein neues Gesicht stellt Sabine Schoner dann noch vor, nachdem sie sich beim Moderator und den Experten für die kurzweilige Präsentation bedankt hat: Die neue Geschäftsstellenleitung Anja Teilmeier, die sich ab sofort um die Anliegen der Mitglieder kümmert.

Text: Stefanie Gomoll

Fotos: Sarah Jonek, LinkedIn-Profil Sarah Jonek