4. Mai 2026 | Volksbank in Ostwestfalen eG - Regionalzentrum Bielefeld, Am Kesselbrink 1, 33602 Bielefeld
Engagiert für Ostwestfalen
v.l. Daniel Klarhorst, Vorstandsmitglied des Marketing Club Ostwestfalen-Lippe e.V, Daniela Köller, Geschäftsführerin des Marketing Club Ostwestfalen-Lippe e. V., Matthias Boerger, Leiter Kommunikation und Marketing der Volksbank in Ostwestfalen eG, Eric Adelt, Beiratsmitglied des Marketing Club Ostwestfalen-Lippe e. V. Foto: Matheus Fernandes, Blitzgarten
Eine Marke im Dreieck zwischen nationaler Dachmarke „Volksbank“, regionaler Großbankund dem Ostwestfälischen
Bielefeld (4. Mai 2026). Der Auftakt der Veranstaltung fand in der Lobby der Volksbank am Bielefelder Kesselbrink statt. Einem Ort, der bewusst mit klassischen Erwartungen bricht. „Ein eher ungewöhnliches Ambiente für eine Bank“, stellte Daniela Köller, Geschäftsführerin des Marketing Clubs Ostwestfalen-Lippe e. V., treffend fest. Gastgeber des Abends war Matthias Boerger, Leiter Kommunikation und Marketing der Volksbank in Ostwestfalen eG. Er machte gleich zu Beginn deutlich, worum es geht:
„Unsere Lobby ist Kultur-, Begegnungs- und Erlebnisraum für alle Bielefelder.“
Tatsächlich versteht sich die Lobby als Einladung, Bank neu zu erleben. Wo früher Schalter und Panzerglas dominierten, ist heute ein offener Raum entstanden, der mit wechselnden Ausstellungen, Veranstaltungen und Kooperationen mit lokalen Partnern lebt. Die aktuelle Ausstellung „Schein & Sein“ ist dabei nur ein Beispiel für das kuratierte Programm, das gezielt die Kunstszene der Region einbindet. „Wir wollen hier nicht nur unsere eigenen Geschichten erzählen, sondern vor allem Geschichten von Bielefeld – für Bielefeld“, so Matthias Boerger. Ein weiteres Element ist der Showroom, in dem Produkte lokaler Künstler:innen und Manufakturen präsentiert werden. Ergänzt wird das Konzept durch die Gastronomie „Frische Mische“, die bewusst neue Zielgruppen in die Bank bringt. „Menschen kommen vielleicht zum Essen und entdecken dabei ganz nebenbei die Volksbank neu“, erklärt Matthias Boerger. Genau dieses Zusammenspiel aus Kultur, Begegnung und Alltag macht die Lobby zu einem Ort, der weit über klassische Bankdienstleistungen hinausgeht. Dass dieses Konzept kein Zufall ist, zeigt ein Blick nach Gütersloh: Mit der „Bankery“ hat die Volksbank bereits früh Gastronomie und Bankerlebnis miteinander verbunden. Auch hier geht es darum, die Marke erlebbar zu machen. Nicht als abstrakten Finanzdienstleister, sondern als Teil des täglichen Lebens. „Das ist für uns gelebtes Marketing“, unterstreicht Matthias Boerger.
Ostwestfalen, Idioten?
Zur Auflockerung des Abends wurde das Publikum aktiv eingebunden – mit einem augenzwinkernden Bingo-Spiel. Wer fünf zuvor ausgewählte Begriffe auf seiner Bingo-Karte abstreichen konnte, durfte „Ostwestfalen, Idioten!“ rufen – eine Anspielung auf den bekannten Fangesang im Stadion von Arminia Bielefeld. Gleichzeitig bildete dieser Moment die Brücke zu einer zentralen Frage des Abends: Wie positioniert sich die Volksbank im Wettbewerb mit anderen Finanzdienstleistern? Ein Rückblick in die Historie zeigt, dass der Kesselbrink der erste Spielort von Arminia Bielefeld war, bevor der Verein 1926 an die Melanchthonstraße zog. Hier geht es also um Nähe und regionale Identität. „Wir sind durch und durch Ostwestfalen“, sagt Matthias Boerger. Mit der Fusion der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und der Volksbank Herford-Mindener Land zum 1. August 2024 entstand mit der Volksbank in Ostwestfalen eG eine der größten Volksbanken Deutschlands – mit einer Bilanzsumme von rund 10,7 Milliarden Euro, etwa 1.300 Mitarbeitenden, über 185.000 Genossenschaftsmitgliedern und 48 Standorten. Das Geschäftsgebiet erstreckt sich von Petershagen im Norden bis Benteler im Süden – einmal quer durch Ostwestfalen.
„Wir sprechen ostwestfälisch“
Trotz dieser Größe liegt der Fokus klar auf Nähe und Regionalität. Drei Markenwerte prägen das Selbstverständnis: mitgliederorientiert, menschlich und engagiert. „Wir sprechen ostwestfälisch, setzen orange Akzente und verstehen uns als Botschafter der Region“, berichtet Matthias Boerger. Diese Haltung spiegelt sich auch in den Produkten wider: Angebote wie das OWL-Konto, die Arminia-Card mit Markenbotschafter und DSC-Legende Fabian Klos oder das Kindersparprodukt „Wackelzahn sparen“ sind bewusst regional gedacht und erzählt. „Wir wollen Produkte, die es nur hier gibt – made in OWL und made by OWL“, so Matthias Boerger. „Das ist unser USP.“
Auch gesellschaftliches Engagement zählt zu den Kernbotschaften. Rund 1,8 Millionen Euro fließen jährlich in Sportsponsoring und kommen somit Vereinen und regionalen Initiativen zugute. In der Weihnachtszeit wird mit der „Sternaktion“ für den guten Zweck gebastelt. Im vergangenen Jahr profitierte die Telefonseelsorge – nicht nur finanziell, sondern auch durch eine erhöhte Aufmerksamkeit durch die mediale Berichterstattung. Bei der Volksbank in Ostwestfalen eG wird Engagement großgeschrieben. Für ihr ehrenamtliches Engagement werden Mitarbeitende an insgesamt 1.000 Tagen im Jahr bezahlt freigestellt. Nachhaltigkeitsprojekte wie Baumpflanzaktionen oder das Defi-Netzwerk werden aktiv unterstützt. „Wir packen mit an, um Ostwestfalen noch lebenswerter zu machen“, fasst Matthias Boerger zusammen.
Bank anders erleben
Dass diese Positionierung notwendig ist, zeigt ein Blick auf den Wettbewerb: Die Volksbank steht – wie alle Finanzdienstleister – vor der Herausforderung, in einem zunehmend fragmentierten Markt sichtbar zu bleiben. Die regelmäßig durchgeführten Marken-Tracking-Studien belegen zwar eine steigende Bekanntheit, zeigen aber auch: Besonders bei jüngeren Zielgruppen besteht noch Potenzial. Während der Claim „Wir machen den Weg frei!“ bei den 45- bis 54-Jährigen gut verankert ist, kennen ihn bei den 18- bis 24-Jährigen nur noch wenige.
Umso wichtiger sind neue Formate und direkte Erlebnisse. Ob Social Media mit eigenen Mitarbeitenden statt Models, Corporate Influencer auf LinkedIn oder innovative Recruiting-Ansätze wie die 60-Sekunden-Blitzbewerbung – die Volksbank in Ostwestfalen setzt bewusst auf Authentizität. Der Abend am Kesselbrink machte deutlich, wie diese Strategie in der Praxis aussieht: als Zusammenspiel aus Raum, Geschichten und Begegnungen. Oder, wie Matthias Boerger es formuliert: „Wenn Menschen die Bank anders erleben, dann bleibt sie auch anders im Kopf.“ Im Anschluss an den spannenden Vortrag probierten die Mitglieder und Gäste die variationsreichen Bowls von „Frische Mische“ und tauschten sich dabei weiter intensiv aus.
Text: Eike Birck, Freie Autorin und Journalistin; eike.birck@tips-verlag.de
Fotos: Matheus Fernandes, LinkedIn-Profil, Blitzgarten – Kreativnetzwerk für hochwertigen Content































































