8. Juni 2026 |
BERÜHRUNGSPUNKTE
v.l.: Eva Grabs, gambit marketing & communication GmbH, Kristina Herrmann, Programmplanerin und Sabine Schoner, Präsidentin des Marketing Club Ostwestfalen-Lippe e. V., Matthias Steinhauer, CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG Foto: Sarah Jonek
Ein Beispiel für erfolgreiches Kooperationsmarketing
Mehrwert statt Werbung
(Bielefeld, 8. Juni 2026) Bereits zum zweiten Mal sind die Mitglieder und Gäste des Marketing Clubs Ostwestfalen-Lippe e. V. zu Gast bei CONCEPT Vermögensmanagement im Herzen der Bielefelder Altstadt, wie Geschäftsführer Matthias Steinhauer bei der Begrüßung feststellte. Gemeinsam mit Prokurist Rolf Lohmann hat er einen rundherum gelungenen Abend organisiert und dies samt stimmungsvollem Ausklang auf der Dachterrasse. Inhaltlich stand erfolgreiches Kooperationsmarketing auf dem Programm. „Ich bin sehr gespannt darauf, wie das Zusammenspiel von drei Unternehmen funktioniert“, sagt Programmplanerin Kristina Herrmann und gibt die Bühne frei für Eva Grabs von gambit marketing & communication GmbH.
Die Referentin weiß, wovon sie spricht. Eva Grabs studierte Architektur und Media Management. Sie verantwortet seit vielen Jahren die Online-Kommunikation bei der Dortmunder B2B-Kommunikationsagentur gambit marketing & communication GmbH. Dort betreut sie unter anderem die Kommunikationsinitiative BERÜHRUNGSPUNKTE, ein in der Branche viel beachtetes Gemeinschaftsprojekt der Unternehmen Gira, KEUCO und TRILUX.
Drei Marken, eine Idee
Was heute als etablierte Plattform für Architekt:innen, Innenarchitekt:innen, Planer:innen und Investor:innen gilt, begann bereits 1998 mit einer vergleichsweise einfachen Idee: Drei Unternehmen mit begrenzten Marketingbudgets wollten ihre Kräfte bündeln, um relevante Kontakte in der Architekturbranche zu gewinnen. Damals gehörten Gira, KEUCO und FSB zu den Gründungspartnern. Nach einem Geschäftsführerwechsel bei FSB stieg das Unternehmen 2022 aus, TRILUX übernahm dessen Platz. „Warum schließt man sich nicht zusammen?“, beschreibt Grabs die ursprüngliche Überlegung. Drei Unternehmen, drei unterschiedliche Gewerke, eine gemeinsame Zielgruppe. Statt einzeln um Aufmerksamkeit zu werben, entstand eine Kommunikationsplattform, die bis heute von gemeinsamen Werten und langfristigem Denken lebt.
Das erste gemeinsame Thema lautete „Edelstahl“. Statt klassischer Produktwerbung entwickelte gambit einen hochwertigen Schuber mit haptischen Elementen. „Denn“, so Eva Grabs, „jeder, der mit Architekt:innen zu tun hat, weiß, dass das super haptische Leute sind.“ Materialien anfassen, Oberflächen erleben, Dinge begreifen: Genau darauf setzte das erste BERÜHRUNGSPUNKTE-Buch. Rund 14.000 Architekturbüros erhielten die außergewöhnliche Publikation, die später sogar mit einem Design Award ausgezeichnet wurde. Das Erfolgsrezept: journalistisch aufbereitete Inhalte mit echtem Mehrwert, während die Produkte bewusst dezent im Hintergrund blieben.
Vom Printmagazin zur Social-Media-Community
Aus dem erfolgreichen Buch entwickelte sich ab 2001 ein zweimal jährlich erscheinendes Printmagazin. Bis 2020 versorgte es die Zielgruppe mit inspirierenden Themen, Reportagen und Denkanstößen rund um Architektur, Gestaltung und Baukultur. Jede Marke belegte lediglich eine Anzeigenseite, die Kosten wurden geteilt. Gleichzeitig entstand eine stetig wachsende Datenbank mit qualifizierten Kontakten.
Dass das Konzept funktionierte, zeigte sich selbst nach der Einstellung des Magazins. „Die Leute haben angerufen und gefragt, wann die nächste Ausgabe kommt“, berichtet Eva Grabs. Ein schöner Beleg dafür, dass hier nicht Werbung konsumiert wurde, sondern relevanter Inhalt.
Früh wurden zudem neue Kommunikationskanäle getestet. Die Social-Media-Plattform Facebook diente als Experimentierfeld. Heute gehören weitere Kommunikationskanäle wie Instagram, LinkedIn, YouTube und TikTok selbstverständlich zum Kommunikationsmix. Besonders erfolgreich entwickelt sich seit 2021 das Videoformat „Architektur Scouts“, in dem Projekte, Städte und Referenzen erkunden. Mehr als aktuell 339.480 Aufrufe auf YouTube und fast 400.000 bei TikTok zeigen, wie groß das Interesse an hochwertigem Architektur-Content ist.
Events als Türöffner
Ein weiterer Meilenstein waren die Eventformate. Erste Erfahrungen sammelte BERÜHRUNGSPUNKTE 2003 und 2005 auf der BAU in München. Auch hier galt die Maxime: Zielgruppen über relevante Inhalte erreichen, nicht über Produktpräsentationen. Besonders beliebt wurden die exklusiven Baustellenbesichtigungen zwischen 2004 und 2010. Ob HafenCity Hamburg oder die Erweiterung des Frankfurter Flughafens. Die Teilnehmer:innen erhielten Zugang zu Projekten, die normalerweise hinter Bauzäunen verborgen blieben. Rund 3.000 Architekt:innen nahmen an insgesamt 20 Besichtigungen teil. Der Vertrieb hielt sich dabei bewusst zurück. Kontakte wurden geknüpft und Vertrauen aufgebaut. „Die Geschäfte werden im Nachgang gemacht“, stellt Eva Grabs fest.
Unbestrittenes Highlight ist bis heute der „Meetingpoint“ während der Architekturbiennale in Venedig. In einer historischen Villa mit Garten direkt am Canale Grande treffen sich Architekt:innen, Planer:innen, Investor:innen und Branchenvertreter:innen zum informellen Austausch. Ein Wassertaxi-Shuttle verbindet den Meetingpoint mit dem Biennale-Gelände.
Was einst klein begann, hat sich inzwischen zu einem festen Termin der Branche entwickelt. „Das ist mittlerweile wie ein Klassentreffen“, berichtet die Kommunikationsexpertin. Viele Besucher:innen fragen bereits lange im Voraus nach den nächsten Terminen. Auch hier steht nicht der Geschäftsabschluss im Vordergrund, sondern Begegnung, Inspiration und Networking. Die Reichweite entsteht fast nebenbei. „Die Menschen, die bei uns im Garten sitzen, posten das, teilen das und sorgen für zusätzliche Sichtbarkeit“, erklärt die Referentin.
Erst vor wenigen Wochen wurde während der Milan Design Week ein weiteres Format getestet. Da der Name BERÜHRUNGSPUNKTE international schwer auszusprechen ist, griff das Team auf den römischen Architekten Vitruv zurück. Seine drei Prinzipien guter Architektur – Stabilität, Funktionalität und Schönheit – bildeten die kommunikative Klammer für einen minimalistischen Showroom, in dem sich die drei Marken präsentierten. Ein Gewinnspiel rund um die eigens produzierten kleinen. Goldenen Vitruv-Figuren sorgte für starke Aufmerksamkeit und damit auch für erhöhte Reichweite.
Gemeinsam stärker als allein
Zum Abschluss fasste Eva Grabs die wichtigsten Learnings zusammen: Gemeinsam lässt sich mehr erreichen. Starke Marken mit gemeinsamen Werten wirken glaubwürdiger. Mehrwert schafft Vertrauen. Geteilte Plattformen erhöhen Reichweite und Sichtbarkeit. Neue Formate können ohne volles Risiko getestet werden, während Erfahrungen und Erkenntnisse allen Partnern zugutekommen. Ihr persönliches Fazit bringt das Erfolgsmodell BERÜHRUNGSPUNKTE auf den Punkt: „Allein stark. Gemeinsam unschlagbar.“
Zum Ausklang luden Matthias Steinhauer und Rolf Lohmann mit Speis und Trank zum Get-together auf die liebevoll begrünte Dachterrasse von CONCEPT Vermögensmanagement ein. Den Teilnehmer:innen der Veranstaltung bot sich ein beeindruckender Blick auf die Neustädter Marienkirche, die Sparrenburg und den Bielefelder Abendhimmel.
Ein passender Rahmen für einen Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie aus gemeinsamen Ideen, gegenseitigem Vertrauen und echtem Mehrwert über Jahrzehnte hinweg erfolgreiche Kommunikation entstehen kann.
Text: Eike Birck, freie Autorin und Journalistin, eike.birck@tips-verlag.de
Fotos: Sarah Jonek, Jonek Fotografie, www.jonek-fotografie.de











































